Schutzkonzept

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Paracelsus-Zweig Basel

Mitteilung der Vorstände zur aktuellen Lage

Seit dem 17. März steht das äussere Zweigleben im SCALA BASEL still. Niemand weiss, wie lange der Zustand, auch über den 19. April hinaus, noch andauern wird.

Darum wenden wir uns heute an Sie mit einigen Gedanken zur Lage in Zeiten des Corona-Virus. In seinem letzten Rundbrief hat Dr. med. Friedwart Husemann einen Hinweis Rudolf Steiners zu kollektiv auftretenden Epidemien – im Gegensatz zu individuellen Erkrankungen – vorgetragen. Kollektiv meint hier: Es betrifft nicht nur das Karma einzelner, sondern eine Gruppe, ein Zeitalter, ein Übergreifendes also. Ein Beispiel dafür ist der Aussatz oder die Mieselsucht im Mittelalter, die heute Lepra genannt wird. Die karmische Ursache dafür ist kompliziert. Die eigentliche Ursache war die Angst vor den Hunnen. Die richtige Reaktion wäre gewesen, dass man den Hunnen mit Mut und Liebe begegnet wäre. Das geschah aber nicht.

Und die Folge davon war dann für die nachfolgende Generation der Aussatz (GA 93a, GA 95, GA 99). Und ein weiteres Beispiel, das näher an unsere Zeit herankommt: “In den letzten Jahrhunderten entwickelte sich bei unserer europäischen Bevölkerung durch die technischen Fortschritte ein Industrieproletariat, und mit demselben hat sich eine Unsumme von Rassenhass und Standeshass gebildet. Die sitzen im Astralleib des Menschen und wirken sich physisch aus als Lungentuberkulose” (GA 99). Man erkennt daran: Es gibt für Epidemien auch geistige, seelische oder karmische Ursachen. Jetzt spüren viele: die Welt hat eine Art kollektives Burnout erlebt. Wir müssen uns hinterfragen… nichts ist mehr wie vorher. Ich habe das Gefühl, dass die Welt  und vielleicht auch die Erde, sich so ein bisschen stemmt und wehrt gegen die Menschen und deren Tun. – so der deutsche Trainer Joachim Löw in der Ostfriesenzeitung am 19. März: Jeder Einzelne muss beweisen, dass wir uns wandeln können. Dies erscheint mir wichtiger, als nun der Ungeduld, dem Argwohn, dem Nachhängen zahlreich kursierender Verschwörungstheorien zu verfallen. Und mit Mass einzutreten auf die drastischen, manchem unwillkommenen Zwänge, sich ins “Netz” zu begeben, das allseits als notwendige und einzige Alternative gepriesen wird – schulisch, sozial, kommerziell, zwischenmenschlich, künstlerisch – um bloss keine Leere aufkommen zu lassen. Damit ja bloss alles irgendwie weitergehe.

Was wir sicher tun können: Die inneren Kräfte der Teilhabe, der Wärme und der seelischen Energie verstärken. Das tun wir, indem wir etwa mittwochs um 20 Uhr, statt an Vorträgen teilzuhaben, gemeinsam den Wochenspruch imaginieren; indem wir den alltäglichen Rhythmus pflegen unter Umständen äusserer Ungewissheit; indem wir die Kräfte des Schlafes bewusst aktivieren – insbesondere durch die Übergänge – “der Tag ernährt die Nacht – die Nacht ernährt den Tag”. Auch, indem wir etwas üben, studieren, ausführen, was wir längst gerne gewollt hätten. Solche und andere Massnahmen dienen einer seelisch-geistigen Hygiene, zu der uns eine solche Zeitspanne ja doch wohl aufruft. Dies steht ganz im Sinne der Schulungsanweisung Schaffe dir Augenblicke innerer Ruhe und lerne in diesen Augenblicken, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.

Mit solchen Bestrebungen können die diesjährigen Passions- und Ostertage gewiss eine, vielleicht ungewollte, aber nachhaltige Vertiefung erfahren. Dies jedenfalls möchten wir Ihnen allen zu dieser Frühjahrszeit herzlich wünschen!

Dankbarkeit ist es, die uns erfüllt angesichts der vielen Tausenden Menschen, die helfen, das Leben, die Gesundheit, die Mobilität, die tägliche Versorgung und manches mehr, aufrecht zu erhalten; eine Dankbarkeit für eine Präsenz, die womöglich allzu selbstverständlich immer hingenommen und genutzt wird. Auch dies macht diese Epoche bewusst.

Die Generalversammlung haben wir verschoben auf den 2. September 2020, wie Sie dem nächsten Veranstaltungsprogramm entnehmen können. Die Zweigarbeit wird wieder aufgenommen, sobald in Basel die Türen wieder aufgehen; auch auf unserer Website wird das rechtzeitig kommuniziert werden. Wir wissen nicht, wann das sein wird – aber wissen, dass der Tag kommt!

Seien Sie herzlich gegrüsst namens der Vorstände

Marcus Schneider                                                  Jürg Fink
Vorsitzender Paracelsus-Zweig                           Präsident Verein SCALA BASEL

Basel, den 26. März 2020

Der Paracelsus-Zweig Basel existiert seit seiner Gründung durch Rudolf Steiner im Jahr 1906. Er ist Teil der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, deren Sitz am Goetheanum / Dornach ist.

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Öffentliche Vorträge und Einführungskurs

Der Paracelsus-Zweig Basel ist in der Öffentlichkeit präsent durch seinen Sitz im SCALA BASEL an der Freien Straße. Er führt wöchentliche Einführungen in Anthroposophie durch, veranstaltet alljährlich eine Vortragsreihe zu Zeitfragen und Anthroposophie sowie Tagungen und Seminare von allgemeinen Interesse.

Über uns

Der Paracelsus-Zweig Basel entfaltet seine Aktivitäten seit über hundert Jahren auf Basis der Anthroposophie Rudolf Steiners. Die Anthroposophie, die keine religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Interessen verfolgt, ist eine systematische Erforschung der Geistwelt. Sie beruht auf Entwicklung und Ausbau spiritueller Schulung und deren Anwendung auf alle Gebiete des praktischen Lebens. Der Paracelsus-Zweig in Basel verfolgt diese Zielsetzung in drei Sparten: regelmässige und gründliche Öffentlichkeitsarbeit; regelmässige Pflege und Vertiefung in künstlerischen, religiösen und wissenschaftlichen Belangen innerhalb
der Mitgliedschaft; Förderung geistiger Entwicklung innerhalb einer Freien Hochschule für Geisteswissenschaft.